Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

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Manfred
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Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Manfred » 22.06.2020, 09:51




Nakati
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Re: Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Nakati » 22.06.2020, 22:28

ich dachte erst es ging um Lamark versus Darwin...

vielleicht interessiert dich die Darwinistische Version trotzdem, z.B.
https://freethebees.ch/blog/2019/11/13/ ... -zuechten/



Manfred
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Re: Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Manfred » 23.06.2020, 07:22

Ja. Das kennen wir ja auch aus anderen Bereichen, wie der Rinderzucht.
Bei Parasiten, die man nicht mit vertretbarem komplett ausrotten kann, ist Massenselektion auf Resistenz die einzig sinnvolle Lösung.
Alles andere führt auf Dauer zu medikamentenresistenten Parasiten und parasitenanfälligen Nutztieren und verschlimmert die Situation.



Fred
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Re: Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Fred » 23.06.2020, 21:09

Das mit dem Putzverhalten habe ich auch anderswo schon gesehen. Dort wurde darauf hingewiesen, daß in der Hirarchie der Tätigkeiten dieses gegenüber anderen überlebenswichtigeren Tätigkeiten wie Honig sammeln und nächste Generation aufziehen weit unten kommt.
Wenn die Imker so eingreifen, daß sie zwar mehr Honig bekommen, die Bienen deshalb ständig mit sammeln beschäftigt sind, so fällt die Aufgabe des Putzens eben unten durch, und Varroa hat leichtes Spiel.
Die im Beitrag vorgebrachte Ansicht, daß es weniger eine Genetische als eine Haltungsfrage ist halte ich für sehr ernst zu nehmen. Zudem sehe ich ein Probelm in der übermäßigen Carnica-Verwendung. Diese Biene stammt aus dem Hochgebirge, und ist sicher in vielen Gebieten, auch in Europa nicht die bestgeeignete.



Manfred
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Re: Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Manfred » 24.06.2020, 08:58

Zumindest scheinen die nötigen Verhaltensweisen auch in den Carnica-Bienen evolutionär veranlagt zu sein.
Das ist einer guter Ausgangspunkt für eine Massenselektion.

Und um die Frage der Wirtschaftlichkeit kommen wir in der Landwirtschaft halt nirgends herum.
Selbst wenn etwas in der Nische funktioniert, muss es durch entsprechend hohe Preise wirtschaftlich sein.
Und auf dem globalen Honigmarkt zählt nun mal fast ausschließlich der Preis.
Wer da mit alternativen Haltungsformen oder Bienenarten / -Rassen mithalten will, muss entsprechend wirtschaftliche Verfahren entwickeln. Siehe obiges Video. Mit ein paar Idealisten und Subventionen kann man evtl. diese Bienenart erhalten, aber am breiten Markt kommt sie so nicht an.
Eine Alternative zur Selektion wäre evtl. die Gentechnik, sprich die Carnica durch Übertragung von Genen kleiner zu machen (Die Zellgröße scheint für die Milben ja auch eine Rolle zu spielen, siehe den prioritären Befall von Drohnenbrut und die Versuche die Zellen durch entsprechende Mittelwände zu verkleinern) und das Putzverhalten zu stärken.
Neuerdings öffnen sich ja sogar die Grünen für die Gentechnik. Ich bin da weiter skeptisch (was die Freisetzung und von GVO und Monopole angeht, nicht bezüglich Forschung oder Anwendung in geschlossenen Systemen). Wir verlieren das Glyphosat durch die schnelle Ausbreitung von Resistenzen und Dicamba ist für mich keine gangbare Alternative. Ich hoffe, wir kriegen in der regenerativen Landwirtschaft schnell genug herbizidarme Anbauverfahren für alle Klimabereiche entwickelt. Sonst droht uns die großangelegte Bodenvernichtung durch mechanische Unkrautregulierung.



Fred
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Re: Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Fred » 24.06.2020, 19:03

Manfred hat geschrieben:
24.06.2020, 08:58
Und um die Frage der Wirtschaftlichkeit kommen wir in der Landwirtschaft halt nirgends herum.
Das ist in unserer Gesellschaft die Mutter fast aller Probleme. Primat des Profites, führt zu Ausbeutung am Ende der Wertschöpfungskette PUNKT
Solange wir dieser Irrlehre folgen fahren wir den Planeten an die Wand. Ist zu hoffen, und zeigen sich auch Zeichen, daß ein rechzeitiges Umdenken und Umsteuern einsetzt. Im PK-Handbuch gibt es im letzten Kapitel ja auch einige Worte zu Geldsystemen, wenn auch meist auf Lokalwährungen bezogen.
Selbst wenn etwas in der Nische funktioniert, muss es durch entsprechend hohe Preise wirtschaftlich sein.
Der einzige Vorteil, des derzeitigen Systems, daß es solche Nischen gibt, wo alternative Systeme entwickelt werden können, ansonnsten ist es einfach Menschen- und Naturverachtend.
Eine Alternative zur Selektion wäre evtl. die Gentechnik, sprich die Carnica durch Übertragung von Genen kleiner zu machen (Die Zellgröße scheint für die Milben ja auch eine Rolle zu spielen, siehe den prioritären Befall von Drohnenbrut und die Versuche die Zellen durch entsprechende Mittelwände zu verkleinern) und das Putzverhalten zu stärken.
Dafür braucht es keine Gentechnik. Es gibt Imker, welche die Wabengröße durch andere Zwischenwände verkleinert haben. Sie haben kleinere Bienen, die sich schneller Entwickeln, was der Varroa weniger Zeit gibt, sich zu Vermehren. Im Bienen-Thread des Selbstvers.org Forum findet man das. Individuen-Größe ist mehr durch Umwelt&Ernährung als Genetik definiert. Die jungen Leute der "kleinen Asiatischen" Völker sind praktisch so groß wie Europäer, seit sie unter vergleichbaren Bedingungen leben.
Neuerdings öffnen sich ja sogar die Grünen für die Gentechnik. Ich bin da weiter skeptisch (was die Freisetzung und von GVO und Monopole angeht, nicht bezüglich Forschung oder Anwendung in geschlossenen Systemen)
Die Grünen, auf oberer Ebene sind völlig vereinnahmt von Lobbyisten. Vieleich noch Ströbele, der echt die Werte verteidigt für die die erste Generation angetreten ist, aber kaum mehr Einfluss hat. Die Medien haben ja auch darüber gewacht. Wer die damalige Berichterstattung verfolgte, die verlief immer nach dem Schema: "Sind die Grünen jetzt wählbar? Haben sich die Realos endlich gegen die Fundis durchgesetzt?" .. wobei Fundi für jemand steht der für die Werte der Partei kämpfte während die Realos die Karriere-Typen sind, die für Geld, Macht die Werte der Partei verraten.
Ganz übler Vertreter sind Joschka Fischer und MP. Kretschmann.
Ich hoffe, wir kriegen in der regenerativen Landwirtschaft schnell genug herbizidarme Anbauverfahren für alle Klimabereiche entwickelt. Sonst droht uns die großangelegte Bodenvernichtung durch mechanische Unkrautregulierung.
Das hoffe ich auch, und denke wird auch gelingen, die Frage wird sein, wie bitter es wird, wenn nur langsam vorangegangen wird.



Fred
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Re: Varoa-resistente Lamarckii-Bienen aus Ägypten?

Beitrag von Fred » 27.06.2020, 16:15

Beim BR wieder etwas zum Bücherskorpion:
Die Versuche von Thorben Schifer laufen ja schon ein weilchen, daher gibt es inzwischen mehr Erfahrung. Hier im Video die Bedeutung des Wohnklimas im inneren der Beute. Moderne Bienenbehausungen sind viel zu feucht. Für die Bücherskorpione als auch für die Bienen. Auch zum Putztrieb wird am Ende des Beitrages etwas gesagt. Die Selektion auf Honigeintrag ist eben auch eine Selektion auf "wenig Reinlichkeit". Bei Landbienen wie den Lamarckii-Bienen wurde diese Selektion nicht in dem Ausmas vorgenommen.




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