Jägerschwund schadet seltenen Arten

Ganzheitliches Management (nach Allan Savory)
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Manfred
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Jägerschwund schadet seltenen Arten

Beitrag von Manfred » 05.02.2020, 08:57

Das Thema ist ja hinlänglich bekannt.
Wenn sich der Mensch aus all seinen wichtigen Rollen als Teil der Natur zurückzieht, verschieben sich Gleichgewichte und es verschwinden Arten.

Bodenbrüterschutzprojekte in D haben bisher immer nur dann funktioniert, wenn sich Jäger intensiv beteiligt und die Prädatoren reduziert haben.
Die Projekte der sonstigen "Naturschutzverbände" scheitern in steter Regelmäßigkeit an der ideologischen Schranke, es alleine durch "Biotopverbesserung" erreichen zu wollen.

In anderen Ländern wird das offen diskutiert:
"Hunting is ‘slowly dying off,’ and that has created a crisis for the nation’s many endangered species"

https://www.washingtonpost.com/national ... story.html



Nakati
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Re: Jägerschwund schadet seltenen Arten

Beitrag von Nakati » 05.02.2020, 15:38

Naja, wenn die Fuchspopulation künstlich hoch gehalten wird durch zufüttern mit Abfall und Katzenfutter, und Tollwut eliminiert wurde... Nicht dass ich dafür wäre Tollwut wieder einzuführen, aber das sollte man doch beachten.



Manfred
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Re: Jägerschwund schadet seltenen Arten

Beitrag von Manfred » 05.02.2020, 17:43

Zum einen das und zum anderen sind die Füchse ja wieder nur eine Baustelle von vielen.
Katzen, Rabenvögel, Ratten...

Manchmal hilft es, sich anzusehen, wie die Menschen vor nicht allzu vielen Generationen agiert haben oder es in manchen Regionen der Erde ja heute noch tun.
Die höchste Biodiversität hat sich dort erhalten, wo die Menschen heute noch als allesfressende Jäger und Sammler leben.
Das führt ganz automatisch dazu, dass alle essbaren Tierpopulationen genutzt und reguliert werden und die mit den größten Vorkommen bzw. der lohnendsten Beute stärksten genutzt und reguliert, aber auch geschützt werden.
So wurden und werden Nager und Vögel aller Größen gejagt und gegessen, egal ob im Dschungel oder in der Wüste nahm die Fallenjagd auf Nager und Vögel viel Zeit ein und leistete einen merklichen Beitrag zu Ernährung.
Seit der Mensch sich von der Nutzung getrennt und einen stark selektiven "Schutz" (vielmehr eine stark selektive Nichtnutzung) in den Vordergrund gestellt hat, sind diverse Populationen wegen der Geleichgewichtsverschiebungen zusammengebrochen.
Was den Anteil der Landnutzungsänderung an den Verschiebungen nicht negieren soll. Aber man muss alle Änderungen sehen, um zu einer Gesamtschau und einem tragenden Verständnis zu gelangen.
Dass statt 150 Mio. Schafen und Millionen von Rindern und Pferden heute nur noch einige wenige auf den Weiden stehen und stattdessen Hähnchen und Schweine in Ställen gehalten und ihr Kot aus "Umweltschutzgründen" (Lachgasemissionen) nicht mehr oberflächlich ausgebracht werden darf sondern sofort maschinell vergraben werden muss, hat wie viele Millionen Tonnen an Insektennahrung jährlich aus den Kreisläufen genommen?
Und die fehlen wiederum für die Insektenfresser.
Aus offenen, Prärieartigen Flächen in D in der Zeit der Nutzung des letzten Quadratzentimeters entstanden nach dem 2. Weltkrieg mit Einsetzen der Mechanisierung und der billigen Lebensmittel von Hecken (auf den jetzt ungenutzten Rainen) zerstückelte Kleinflächen und damit paradiesische Zustände mit Deckung und Ansitzmöglichkeit für eine Unzahl von Prädatoren die wenig später mit dem Zusammenbrechen der Pelzmärkte und dem Totalschutz von Raben- und Greifvögeln nicht mal mehr bejagt wurden.
Für Steppenarten wie Rebhuhn und Hase und diverse kleine Singvögel verheerend.

Heute ist natürlich der Bauer daran schuld, dass der Ornithologe keine Ratten mehr essen und seine Hauskatze nicht für ihr Fell erschlagen mag, dass er lieber mit dem Auto als der Kutsche fährt, palmölgetränkte Chicken-Mac-Nuggets statt Schaffett isst, Kunstfasern oder Baumwolle statt Pelz und Schafwolle trägt, die Büsche sommers nicht mehr von Rindern und Zeigen benagt, durch Laubheu- und Flechtmaterialgewinnung etc. zu schön dichten Hecken werden, dafür jetzt im Übermaß vorhanden sind und nur noch alle 10 Jahre winters unter Beibehaltung aller Ansitzbäume gemäß Heckenpflegeplan der "Naturschützer" auf Stock gesetzt werden dürfen und entsprechend offen sind und keine Deckung und Nistmöglichkeit mehr bieten...

Tritt man ein paar Schritte zurück und lernt wieder auf die Abläufe und Lösungen der Natur zu achten, auf das Gesamtbild zu schauen statt sich darauf zu fixieren, dass ein im Sommer abgesägter Busch evtl. ein Gelege kostet (dafür aber evtl. 3 neue bringen würde ) etc.,
dann eröffnen sich ganz neue (oder vergessene) Sichtweisen und Möglichkeiten.



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