Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

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Manfred
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Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Manfred » 13.01.2019, 10:39

Das Buch "Kollaps" von Jared Diamond werden vermutlich die meisten von euch kennen?
Er beschreibt diverse untergegangene Kulturen und die Ursachen dafür, die meist in der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen liegen.

Ich habe mich gerade wieder an dieses Buch erinnert, als ich diese Dokumentation über die Selbstzerstörung der Kultur auf den Osterinseln gesehen habe (die von J. Diamond ebenfalls behandelt wird):

(Englischsprachig)
https://www.youtube.com/watch?v=1GPNKUNYvvU



Lysistrata
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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Lysistrata » 27.02.2019, 21:01

Kürzlich ist ein Buch erschienen, das auch einen Kollaps beschreibt - den der Geburtenraten.
In "Empty Planet" werden die Fantasiezahlen der UN arg gezaust, viele Länder schrumpfen bereits, und die Geburtenzahlen sind überall fallend, auch dort, wo sie noch hoch sind

https://www.acsh.org/news/2019/02/26/ov ... tury-13839

Damit scheint sich ein Grundproblem von selber zu erledigen.



Manfred
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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Manfred » 28.02.2019, 19:21

Seit einigen Jahren wächst Weltbevölkerung fast nur noch wegen der steigenden Lebenserwartung. Der Peak der Geburtenzahlen ist erstmal überwunden.
Das heißt aber nicht, dass der Krieg gewonnen ist. Wir haben immer noch über eine Milliarde Menschen, deren Kindersterblichkeit über 20% liegt. Und durch die vielen schwelenden Konflikte droht die Zahl der von hoher Kindersterblichkeit betroffenen wieder zuzunehmen.
Wo die Kindersterblichkeit so hoch ist, kompensieren die Menschen das durch viele Kinder, die sie zur sozialen Absicherung benötigen. Typisch sind dort 50 % bis 100 % Bevölkerungszuwachs in einer Generation. Wenn dagegen die Kindersterblichkeit unter 10% sinkt, gehen die Geburtenraten stark zurück.
Das Ziel muss es deshalb sein, extreme Armut und die hohe Kindersterblichkeit überall auf der Erde zu beenden.
Dann können wir davon ausgehen, dass sich die Bevölkerungszahl stabilisieren und danach langsam wieder abnehmen wird.
Gelingt das nicht, kann die aktuell gute Entwicklung sehr schnell wieder kippen.

Sehenswert zu dem Thema sind die Vorträge des Mediziners und Statistikers Hans Rosling, der diese Entwicklungen eindrucksvoll darstellt.



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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Lysistrata » 28.02.2019, 20:18

Manfred hat geschrieben:
28.02.2019, 19:21
Gelingt das nicht, kann die aktuell gute Entwicklung sehr schnell wieder kippen.
Lt. den Autoren kann da nicht viel kippen, und es sind ja nicht mehr viele Länder mit hoher Vermehrungsrate, Subsahara - Afrika hauptsächlich, und sonst noch Afghanistan und Irak.
Die Muslime jammern ja auch schon
https://www.newenglishreview.org/Ibn_Wa ... are_Dying/

China könnte sich bis Ende des Jahrhunderts halbieren und bevölkerungsmäßig auf die derzeitige Größe Europas eindampfen, und es schaut ganz danach aus
https://www.zerohedge.com/news/2019-01- ... opulations

Ich find das sind gute Aussichten, da ist Licht am Ende des Tunnels.



Manfred
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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Manfred » 28.02.2019, 20:49

Hoffen wir es.
Aber im gesamten nahen Osten und in Nordafrika schaut die Entwicklung nicht gut aus.
Im südlichen Afrika nehmen die Konflikte weiter zu. Siehe z.B. die Aufstände in Simbabwe, die in unseren Medien praktisch nicht vorkommen, die Farmkills in Südafrika. Selbst im scheinbar stabilen Namibia wachsen die Sorgen.
In Südamerika gibt es Problemländer.
Und wenn es dann noch irgendwann zwischen Indien und Pakistan kracht...

Da hilft nur konsequent dran zu bleiben und weiter gegen extreme Armut zu kämpfen.



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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Lysistrata » 01.03.2019, 08:27

Sicher wird es da oder dort noch manchmal knirschen, aber dafür, dass wir uns so karnickelartig vermehrt haben, ist es eigentlich eh sehr friedlich.
Die letzten Kriege hatten auch weniger mit Bevölkerungsentwicklungen zu tun, als geopolitischen Interessen, und dem Petrodollar - wo ja aktuell Iran und Venezuela ganz oben auf der Liste stehen.
An ganz große Konflikte glaube ich eigentlich nicht mehr, der andere ist auch immer in der Lage, dem Gegner das Licht auszuknipsen.
Wenn wir, wie eben diese neueren Erhebungen ergeben haben, ab 2050, möglicherweise auch schon früher, zu schrumpfen beginnen, waren die letzten 100 Jahre halt ein Unfall, der nach und nach wieder beseitigt wird.



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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Buchkammer » 11.03.2019, 11:16

Ich denke da dreht jemand am Rädchen - nennen wir es Natur - wenn es doch mal zu viele werden sollten. Beispiel ist Irland in den Jahren zwischen 1845 und 1852. Die große Hungersnot raffte ~1 Million Menschen dahin. Weiteren 2 Millionen gelang die Auswanderrung; größtenteils nach Amerika. Kurze Entwicklung der Bevölkerrungszahlen:

Entwicklung der Einwohnerzahl Irlands:

1660: ca. 500.000
1760: 1.500.000
1801: 4.000.000 – 5.000.000
1821: 7.000.000
1841: 8.100.000

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F ... _in_Irland

Die haben einfach zu viel Nachwuchs gezeugt und auf Gott und die Bibel vertraut (1. Mose 9:7 Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, daß euer viel drauf werden). Dann musste da regulatorisch eingegriffen werden.


Wer sich in die Natur begibt, der lernt beim allerbesten Meister! (Erwin Thoma)

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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Fred » 12.03.2019, 02:45

Buchkammer hat geschrieben:
11.03.2019, 11:16
Zur Hungersnot in Irland...

Die haben einfach zu viel Nachwuchs gezeugt und auf Gott und die Bibel vertraut (1. Mose 9:7 Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, daß euer viel drauf werden). Dann musste da regulatorisch eingegriffen werden.
Ich meine es war in dem Buch Kollaps wo ich gelesen habe, da ist damals etwas mehr passiert. Die Iren hatten dummerweise den Krieg gegen England verloren. Daraufhain beanspruchten die Briten die besten Ländereien um Getreide für den Export anzubauen, lukrativ für die Sklaven die in der Karibik Zuckerrohr anbauen mussten, deren Zucker dann teuer in der High Society verkauft wurde.
Die irische Bevölkerung konnte sich von ihren kleinen verbliebenen Ländereien nur durch Kartoffelanbau ernähren, die das Bevölkerungswachstum getragen hatte. Als dann die Kartoffelschädlinge (meine war kraut und Knollenfäule) in Irland angekommen ist, war der Kollaps perfekt, da die Englischen Aristokraten auf keinen qm ihres lukrativen Dreieckshandels verzichten wollen. Daher auch deren "Beliebtheit" in Irland. So erinnere ich die grobe Entwicklung aus dem Buch.



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Re: Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Beitrag von Manfred » 12.03.2019, 13:40

Ja. Die britischen Gutsherren in Irland haben sogar weiter fleißig Getreide nach London exportiert, trotz der Hungersnot.
Die armen Teufel konnten sich das Getreide schlicht und ergreifend nicht leisten. Andere haben besser bezahlt, also hat man sie verhungern lassen. So wie es heute noch läuft, nur halt in anderen Teilen der Welt und durch Hilfslieferungen etwas abgemildert.



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