Rückblick zum ersten CH Kompostsymosium

Smalltalk und Diskussionen über Gott und die Welt
Antworten
Benutzeravatar
davX
Beiträge: 13
Registriert: 13.04.2018, 12:04

Rückblick zum ersten CH Kompostsymosium

Beitrag von davX » 05.10.2018, 07:00

Hallo zusammen,

ich wollte kurz über das erste Kompost- und Humussymposium berichten, das vergangenes Wochenende bei uns in der Schweiz stattfand. Auf die Beine gestellt wurde es von Michael Pfenninger und Markus Pölz, welcher gerade dabei ist in die Permakultur-Landwirtschaft einzusteigen mit einem Demonstrationshof, der einst im grösseren Stil Gemüse anbauen soll für die Region. Durchgeführt wurde es auf der Sonnenschmiede, einem ehemaligen Hof und nun Seminarhaus, ziemlich abgelegen im Berner Emmental, in Schwerzenbach bei Huttwil (ca. 40 km nordöstlich von Bern gelegen).

Der Fokus der Veranstaltung lag nicht auf der Landwirtschaft, es waren aber auch einige Vertreter aus diesem Bereich an der Veranstaltung. Das widerspiegelte sich auch bei den angebotenen Vorträgen und beim Feedback, bei welchem bemängelt wurde, dass zu wenig die (Regenerative) Landwirtschaft einbezogen wurde.

Man merkte der ganzen Veranstaltung an, dass wir noch relativ am Anfang stehen. Bei den Vorträgen ging es dann auch vorwiegend um die Vermittlung von Grundlagen, aktiver Humusaufbau, die Vorstellung der Arbeit von Gerald Dunst und wie in Österreich mit einem Zertifikatprogramm in Zusammenarbeit mit Bauern Humusaufbau betrieben wird, aber auch Terra Preta war ein Thema, es stellte sich das Kompostforum Schweiz vor (ein gemeinnütziger Kompostverein, welches Kompostberater ausbildet und unter anderem auch Landwirte, die kleinere Kompostanlagen betreiben, vernetzt). Es gab Erfahrungsberichte eines langjährigen Schlossgärtners, der damals mit der Umstellung auf Kompostwirtschaft den heruntergekommenen Schlossgarten und -park wieder in Schwung brachte. Weitere Vorträge gab es zum Thema Biomeiler und MykoRemediation (Nutzung von Pilzen zur Bodensanierung und zur Filterung z.B. von Wasser) und zuletzt berichteten drei Jungunternehmer von ihrem Startup und Bemühungen, wie sie mit einfachen Brausysteme für Komposttees einerseits den Landwirten, andererseits auch anderen Interessenten, insbesondere im Bereich Rasenpflege (z.B. Golfplätze), bis hin zu Naturschutzprojekten unter die Arme greifen wollen. Es gab dabei auch eine Demonstration eines ihrer Geräte.

Unter den Teilnehmer gab es auch einige Landwirte und Quereinsteiger, welche die Veranstaltung nutzten zum Austausch von Erfahrungen, zur Vernetzung und man hörte dann auch, dass man die Landwirtschaft mehr einbeziehen hätte können, z.B. das Fibl und wie kurz schon erwähnt wurde das im Feedback auch bemängelt, welches auf einem Flipchart gesammelt wurde, der auf dem Gelände aufgestellt wurde. Man merkte eine Aufbruchstimmung bei den Leuten und ich vermute, dass sich in Zukunft wahrscheinlich bei uns mehr noch in Richtung (Regenerative) Landwirtschaft entwickeln wird.

Bei den Ausstellern zeigte sich ebenfalls ein breites Spektrum, welches sich mit Ausnahme von dem Komposttee Startup Edapro und dem Kompostforum weniger an die Landwirtschaft richtete. Darunter befanden sich Kompotoi (Kompostklo Vermietung im Stile von Toitoi und Co), Wormup (Wurmkomposter für Haus und Garten), Anbieter von Dom-Gewächshäusern, Anbieter von Naturpool-Filteranlagen bis hin zu Permakultur Schweiz und ein Shop für Edelsteine, welche sich auch im Garten einsetzen lassen sollen und die eher esotherisch angehauchten Teilnehmer ansprach.


Es preciso conocer el nombre de las plantas para que podamos salutarlas y ellas nos saluden a nosotros.
-- GOETHE

Antworten