Metastudie zum Insektensterben.

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Fred
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Metastudie zum Insektensterben.

Beitrag von Fred » 11.03.2019, 02:38

In Journal Biological Conservation ist eine Metastudie über den Forschungsstand zum Insektensterben erschienen. Autoren sind Francisco Sánchez-Bayoa und Kris A.G.Wyckhuys vom Sydney Institute of Agriculture.
Abstract in kurz: 40% der Insektenarten sind von Aussterben bedroht. Habitatverlust durch intensive Landwirtschaft ist Hauptgrund neben Agro-Chemischem Giften, Invasiven Arten und Klimawandel.

Artikel über Stude:
Zeit: Studie bestätigt globales Insektensterben
Im Artikel vermengt die Zeit, das Thema mit dem Volksbegehren in Bayern.
Focus:"Wir müssen jetzt sofort handeln"
Focus: "Ein Drittel bedroht: Insektensterben führt zu veheerendem Domino-Effekt"

Seite zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/a ... 0718313636 ; https://doi.org/10.1016/j.biocon.2019.01.020
Dort ist auch der Text als PDF verlinkt. PS: Warum der Link direkt auf das PDF nicht funktioniert verstehe ich auch nicht.... aber ich habs probiert...Ihr müsst auf "Download PDF" links oben klicken.



Manfred
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Re: Metastudie zum Insektensterben.

Beitrag von Manfred » 11.03.2019, 08:51

Jetzt müssten sie das nur noch verstehen.
Aber neben der Verbreitung von massenweise Falschinformationen werden dann auch noch ausgerechnet die in guter Absicht platt gemacht, die den größten Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten und Anscheins-Schutzgebiete eingerichtet, die das Artensterben weiter Beschleunigen.

Da haben wir ein Volksbegehren "Rettet die Bienen" in Bayern.
Im Gesetzentwurf, der unter diesem Titel verkauft wird, kommt das Wort Biene kein einziges mal vor.
Die Zahl der Wildbienenarten hat in Bayern in den letzten 20 Jahren übrigens um 3 zugenommen. (Eine gilt als ausgestorben, 4 neue wurden gefunden) und die Honigbienenbestände sind ebenfalls kräftig gewachsen.

Wie die Daten aus Krefeld zustande gekommen sind, kann man ebenfalls nachlesen (habe ich gestern unter Holistic Planned Grazing verlinkt).

Den größten Verlust an Arten haben wir dort, wo sehr artenreiche Flächen, wo bisher der Mensch in Einklang mit der Natur gelebt und die Biodiversität erhöht hat, in intensive, monotone Nutzung genommen werden. Vor allem durch die Rodung von Primärwäldern zur Neuanlage von Palmöl- und Edelholzplantagen, landwirtschaftliche Nutzung etc.
Der deutsche Wald-Stilllegungswahn befeuert diese Entwicklung noch, da für jeden ha, den wir hier stilllegen, anderswo mehrere ha neu in Produktion genommen werden müssen.

Die schlimmsten Feinde der Natur sind heute leider dort zu finden, wo aus guter Absicht, aber mit völlig verkürztem Kontext gehandelt wird. Also bei den vorgeblichen "Naturschützern".



Manfred
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Re: Metastudie zum Insektensterben.

Beitrag von Manfred » 12.03.2019, 18:41

Mengenmäßig vermutlich wenig relevant, aber eine Notiz wert:

"New Study: German Wind Turbines Kill 1,200 Tons Of Insects Per Year"

http://www.thegwpf.com/new-study-german ... -per-year/



Fred
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Re: Metastudie zum Insektensterben.

Beitrag von Fred » 12.03.2019, 20:39

Manfred hat geschrieben:
12.03.2019, 18:41
"New Study: German Wind Turbines Kill 1,200 Tons Of Insects Per Year"

http://www.thegwpf.com/new-study-german ... -per-year/
Diesen Blog gibt es auch auf deutsch:
http://www.science-skeptical.de/klimawa ... r/0017538/

Randnotiz: Beim Seegelflug gibt es dieses Problem auch, vorallem seitdem seit den 1960er Jahre die leistungsfähigeren laminarprofile verwendet wurden. Tragflächenwaschen ist nicht von irgendwoher ein Fetisch der Piloten. Gibt auch Mückenputzer. Wobei die neueren Profile auf geringere Empfindlichkeit verbessert wurden.
Wobei man schon überlegen müsste, wie man die Anziehungskraft der Windanlagen auf Insekten reduzieren könnte, wenn sich jetzt zeigt, daß diese direkt diese Anlagen ansteuern.



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