Agrar-Atlas 2019

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Fred
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Agrar-Atlas 2019

Beitrag von Fred » 27.04.2019, 19:32

Von der Böll Stiftung gibt es den "Agrar-Atlas 2019 - Daten und Fakten zur EU Landwirtschaft"

https://www.boell.de/sites/default/file ... atlas_2019
1. Auflage, Januar 2019
ISBN 978-3-86928-188-9

Vorallem ein Zustandsbericht zur derzeitigen Situation.
Was mir jetzt auch neu ist: Die nächste 7-Jahres-Förderperiode beginnt 2021 und geht bis 2027 . Derzeit laufen gerade die Verhandlungen über Reformen, worauf diese Veröffentlichung zielt. Allerdings das meiste auf der Abgehobenen Ebene und wenig konkretes, meist auf Beispiel Dänemark verweisend.
Was mir auffällt: S 25 Preise für Ackerland.... kann es sein, daß in Niederlande bis zu € 65.0000 pro ha bezahlt werden??

Aus dem Vorwort:

"Die EU-Agrarpolitik ist ein bürokratisches
Monstrum und für Laien kaum zu
verstehen. Viele wissen nicht einmal,
dass es sie gibt. Alle sieben Jahre wird sie
überarbeitet, und trotzdem fördert
sie ein falsches System. Sie ist nicht
auf das ausgerichtet, was vielen von uns
wichtig ist: gesunde und leckere
Lebensmittel, artgerechte Haltung von
Tieren, Schutz von Gewässern, Vögeln
und Insekten. Das Geld wird pro Hektar
Fläche vergeben. Die größten Betriebe
bekommen das meiste, während
Programme für den Erhalt kleiner
Bauernhöfe völlig unterfinanziert sind.

Darum gibt es diesen Atlas. Er zeigt, wie eng
die EU-Landwirtschaft mit unserem Leben
und unseren Lebensräumen verwoben
ist. Er zeigt auch, wie wenig von dem Geld
der GAP den Zielen zugutekommt, die
sich Europäerinnen und Europäer von der
Landwirtschaft wünschen."


Der Atlas zeigt aber auch, dass
es sich lohnt, für eine bessere,
grundlegend andere Agrarpolitik
einzutreten. In vielen Ländern der EU
wachsen die Bewegungen für nachhaltige,
soziale und global gerechte Agrar- und
Ernährungssysteme. Organisationen
von Bäuerinnen und Bauern vernetzen
sich mit Konsumentinnen und
Konsumenten, mit Natur-, Umwelt-
und Tierschutzorganisationen sowie
entwicklungspolitischen Gruppen.

Der Atlas ist
das Ergebnis europäischer Vernetzung,
soll Zivilgesellschaft und Bewegungen
in vielen EU-Ländern stärken und damit
die ökologische und soziale Agrar- und
Ernährungswende voranbringen.
Seit vielen Jahren ignorieren die
Regierungen der EU-Mitgliedsländer
nicht nur die Forderungen großer Teile
der Bevölkerung, sondern vertreten die
Interessen der industriellen Agrarlobby
in Brüssel. Das ist empörend. Damit leisten
sie nicht nur der Landwirtschaft in
der EU einen Bärendienst, sondern
sind mitverantwortlich dafür,
dass zentrale, von der EU selbst
gesteckte Ziele nicht erreicht werden –
weder der Schutz des Klimas, der
Böden und Gewässer und der Artenvielfalt
noch globale Gerechtigkeit durch
die nachhaltige Nutzung von Ressourcen
und einen fairen Außenhandel."

Auch interessant, der Blick nach aussen:

Die Export-„Erfolge“ der EU gehen nicht nur auf Sub-
ventionen zurück. Seit Jahren verfolgt die EU ausdrücklich
das Ziel, die Produktivität ihrer Landwirtschaft zu steigern.
Und da der Absatz in der EU stagniert, ist ein Wachstum der
Erzeugung nur mit zunehmenden Exporten zu erreichen.
[S.46]



Fred
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Re: Agrar-Atlas 2019

Beitrag von Fred » 27.04.2019, 19:34

Ein Artikel über den Agrar Atlas auf heise.de:
Für ein Ende der Monokulturen - Agrarreform jetzt!

Darin wird auch auf diese Aktion vom NABU aufmerksam gemacht, um seinn EU-Abgeordneten anzuschreiben.



Manfred
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Re: Agrar-Atlas 2019

Beitrag von Manfred » 27.04.2019, 20:41

Von den daran beteiligten Organisationen halte ich jeden Tag weniger.
Sie verfügen zusammen inzwischen über viele tausend ha Land. Und nichts davon wird regenerativ bewirtschaftet.
Von den Millionen, die sie jährlich einstreichen, ganz zu schweigen.



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