Themenkreis Insekten

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Manfred
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Themenkreis Insekten

Beitrag von Manfred » 30.05.2019, 19:20

„Die weltweite Bienenpopulation in bewirtschafteten Honigbienen-Kolonie ist im letzten halben Jahrhundert um 45 Prozent gestiegen.“

„Unerwarteterweise war die Aktivität von Fledermäusen auf landwirtschaftlichen Flächen der AUM-Betriebe generell niedriger als auf konventionell bewirtschafteten Flächen. […] Die gesamte Insektenfülle (Schmetterlinge ausgenommen) war auf konventionellen Landwirtschaftsflächen fast doppelt so hoch wie bei den AUM-Landwirten.“

https://www.novo-argumente.com/artikel/ ... _pestizide


Wundert mich nicht.
Über den Daumen würde ich schätzen, dass auf der Fläche und im Boden von in der Nähe liegenden Vertragsnaturschutzflächen die Biomasse an Insekten und Regenwürmern um 90% niedriger ist als auf meinen Versuchsflächen mit naturnaher Beweidung.
Wäre interessant, da mal eine vergleichende Untersuchung vorzunehmen. Auch die Biomasse an Mikroorganismen dürfte bei mir erheblich höher sein. Die CO2-Einlagerung sowieso.



Fred
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Re: Themenkreis Insekten

Beitrag von Fred » 03.06.2019, 02:16

AUM = Agrar Umwelt Managment Programme
in diesem Fall gemäs Artikel:
durch den Einsatz von weniger intensiven landwirtschaftlichen Praktiken, darunter ein geringerer Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie ein stärkerer Einsatz von bepflanzten, wasserreichen Feldbegrenzungen, Hecken und Wiesen.



Fred
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Re: Themenkreis Insekten

Beitrag von Fred » 03.06.2019, 02:55

Ich weiss...nicht, was ich davon halten soll... Selbst wenn die kritisierte Studie schwere Mängel aufzeigt, bedeutet dies ja nicht im Umkehrschluss daß alles in Butter ist.
Das Wachstum der bewirtschafteten Honigbienen-Kolonien mag ja real sein, zeigt dann aber vorallem, daß entsprechende Honignachfrage besteht, so daß die Völker ausgeweitet werden und sagt nichts darüber wie gut es den Tieren geht. Die stark zunehmende Völkerverluste bei der Überwinterung, die früher nicht so gekannt waren, sind ja auch real, das habe ich selbst gesehen. Nur weden sie eben durch menschlichen Eingriff in Form von entsprechender Ablegerbildung ausgeglichen. Ich habe mich ja auch für die Imkerei interessiert, habe einen Imkerkurs belegt, mich nach Alternativen umgesehen (wenig ergiebig), dann aber beschlossen, wenn es nur noch so geht, dann eben nicht.
Ähnlich ist die Aussage mit den Fledermäusen. Es mag ja sein, daß die Aussagen stimmen, ohne mehr darüber zu wissen, läßt sich nicht sagen, welche Schlüsse nun "richtigerweise" daraus gezogen werden können. Vielleicht waren die Bestände der "konventionellen" Felder einfach weniger vital, zogen entsprechend mehr Inseken an, und Fledermäuse folgen dann nach. Das weis man nicht.
Zudem ist die Metastudie ja nicht die einzige, weswegen die Insektenfrage auf den Tisch kam, wie im Artikel suggeriert wird.

Ich weis nur, daß Wissenschaft anfällig für gekaufte Studien ist. Siehe:
Christian Kreiß: "Gekaufte Forschung", Europa Verlag ISBN 978-3-944305-72-1

Und ich weiss auch, daß Konzerne auch das Problem haben, ihre Produkte, wenn die Schutzrechte ausgelaufen sind, wieder vom Markt zu bekommen, um Nachfolgeprodukte plazieren zu können. Daß da dann ein Forscher "plötzlich" feststellt wie schädlich ein Mittel ist, das bislang als so harmlos angesehen wurde, kann da schon mal was wert sein...

Mit dem Artikel wäre ich vorsichtig, bin ich auch in der Insektendiskussion, aber weniger Pestizide halte ich immer für besser. Am besten, weil man keine Pestizide mehr braucht, das sollte das Ziel sein, wobei es ja auch nicht darum geht, die Blattläuse z.B. durch Aushungern zum Aussterben zu bringen. Das Ziel nach Permakultur sehe ich darin, daß keine Population "out of control" kommt und dann zum Problem wird. Aber einen Betrieb, der als Fledermausfütterungs-Anlage funktioniert halte ich auch nicht für erstrebenswert, auch wenn ich sehr mag, wenn die kleinen Flatterdinger umherschwirren.



alpenblümchen
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Re: Themenkreis Insekten

Beitrag von alpenblümchen » 03.06.2019, 23:50

ich gehe davon aus dass die meisten informationen in den medien nicht ganz richtig, oder sogar gelogen sind. besonders bei kampagnen die in den medien täglich wiederholt werden wie das angebliche insektensterben.

wenn themen sehr dominant werden ist was faul. wie das thema klimaschutz vor den parlamentswahlen zur EU. das war eine getarnte wahlpropaganda der grünen.



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