Dr. Christine Jones - Bodenbiologin AUS

Fred
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Re: Dr. Christine Jones - Bodenbiologin AUS

Beitrag von Fred » 22.09.2019, 01:02

Jetzt habe ich auch eine Stelle gefunden, wo sie die Fragen nach der Effizienz der Humusbildung beantwortet.

An analysis of 10 stable isotope experiments undertaken in the field with roots grown in situ (i.e. no
soil disturbance) found the stabilisation of root-derived carbon ranged from 18 to 91%, with an
average of 46%, while the stabilisation of carbon derived from above-ground biomass ranged from 3
to 17% with an average of 8.3% (9). Overall, the stabilisation of root-derived carbon was five times
higher than that from above-ground biomass (9). The authors suggested that the stabilisation of
root-derived carbon could be even higher in perennial-based ecosystems than in the annual
systems studied (9).

[http://amazingcarbon.com/JONES-LightFar ... (2018).pdf]

Die Konversationseffizinez oberirdischer Biomasse beträgt also 3...17% mit 8.3% Mittelwert.
Beim Liquid-Carbon Path-Way hingegen 18...91% mit 46% Mittelwert.
Also rund eine 5-Fach höhere Umwandlungseffizienz.

Bedenkt man, daß die Pflanzen 40...80% ihrer Photosyntheseprodukte an Bodenleben abgeben,
so wird über diesen Weg auch mehr Kohlenstoff insgesammt umgesetzt als das was Agrarforscher
als zur Humifizierung vorhandene Biomasse nach Schulbuch ansetzen.

Daher kann die Forschung mit dem klassischen Bodenbildungsmodell die Erfolge der regenerativen
Landwirtschaft nicht nachvollziehen.



mairgans
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Re: Dr. Christine Jones - Bodenbiologin AUS

Beitrag von mairgans » 08.10.2019, 14:13

40-80% der Photosyntheseleistung für dem sehe ich als zu hoch gegriffen an. man könnte schon 2/3 erreichen, aber vorausgesetzt man setzt regenerative Landwirtschaft konsequent um. Durchschnittlich könnte man schon 1/3 erreichen.
In der standard Landwirtschaft wird viel Energie der Pflanze für Stressbewältigung aufgewendet (PSM, trockenstress etc.). Dies fällt ja in der reg. LW weg.
Absolut gesehen ist immergrün viel wichtiger. Die fehlenden Tage im Sommer wo noch nichts wächst - sprich ab Ernte, bis die Begrünung wieder neu aufläuft.
Sehr viele reden dzt. vom LCP, aber die wenigsten setzen es um, spricht machen Untersaaten, Vorerntesaaten oder Direktsaat innerhalb von 24h nach der Ernte. da geht die Post ab, auch in trockenen Jahren.



Fred
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Re: Dr. Christine Jones - Bodenbiologin AUS

Beitrag von Fred » 09.10.2019, 01:42

Die 40-80% ist die Spanne die ich in verschiedenen Veröffentlichungen gefunden habe. Für Überschlagsrechnungen verwende ich auch meist 60% oder 2/3 was sich gerade anbietet. Daß es sich nicht um einen exakt fixierbaren Wert handelt ist ja schon klar, deshalb habe ich den ganzen Bereich angegeben.
Und ja, wenn man im Sommer goldene oder abgeerntete Felder sieht ... Nun, wer würde seine Solaranalge zur besten Jahreszeit abschalten? - Wobei die Pflanzen (einjähriges Getreide) dieses Verhalten wohl als Anpassung an Grenzstandorte entwickelt hagen, wo um diese Jahreszeit aufgrund Wassermangel eh keine Photosynthese mehr möglich ist. Ohne diesen Faktor würden sie ausdauernden Gräser in der Konkurenzkraft wohl unterliegen.



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