Experiment preisauszeichnung mit "wahren Kosten"

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Fred
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Experiment preisauszeichnung mit "wahren Kosten"

Beitrag von Fred » 08.09.2020, 23:57

in Berlin läuft derzeit ein Experiment in einem Penny Markt. Dabei werden neben dem Verkaufspreis, die wahren Kosten ausgezeichnet. Diese Kosten wurden anscheinen vom Institut für Materials Resource Management an der Universität Augsburg berechnet, unter der Fragestellung: "Was müssten Lebensmittel eigentlich kosten, wenn ihre ökologischen Auswirkungen entlang der Lieferkette mit in den Verkaufspreis einflössen? "

Der mittlere Aufschlag von 8 bewertenten Produkten der Eigenmarken liegt bei 62% für konventionelle Produkte, und 35% für biologisch angebaute Produkte.

Quelle: heise.de: Discounter Penny weist "wahre Verkaufspreise" aus vom 3.9.2020

Presseerklärung Penny



Manfred
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Re: Experiment preisauszeichnung mit "wahren Kosten"

Beitrag von Manfred » 09.09.2020, 08:22

An dieser Hetze kommt man wohl nicht vorbei...
Die kumuliert sich die gesamte Desinformation der letzten Jahre.
Und statt dass sich die Universität hinstellt und die Bandbreite der Möglichkeiten darstellt,
macht sie das, was Pseudowissenschaft halt tut: Sie liefert das vom Auftraggeber gewünscht Ergebnis.
Und der Auftraggeber will höhere Gewinne durch minderwertigere Produkte, sprich höhere Margen durch geringeren Materialeinsatz bei gleichzeitig höheren Preisen.



Fred
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Re: Experiment preisauszeichnung mit "wahren Kosten"

Beitrag von Fred » 09.09.2020, 21:07

Es ist schon mal bemerkenswert, daß da auf den wunden Punkt, daß die Verkaufspreise nicht alle externen Kosten enthalten sind hingewiesen wird. Daß die Zahlen im speziellen "Diskussionspotential" enthalten ist allerdings auch richtig. Was Penny ausser einer Gutmenschen-Presseerklärung wirklich damit bezwecken will ist fraglich. Es handelt sich ja nur um 2x8 Produkte die so ausgezeichnet sind, eine wirkliche Informationsbasis wird damit nicht geschaffen. Letztlich kann man gespannt sein, ob man irgendwann etwas davon hört, ob das bei den Kunden irgend einen Einfluss hat oder nicht.



Fred
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Re: Experiment preisauszeichnung mit "wahren Kosten"

Beitrag von Fred » 09.09.2020, 21:22

Jetzt habe ich mal auf der Seite der Universität gesucht, was dort dazu zu finden ist:

https://www.uni-augsburg.de/de/campusle ... 9/04/2735/

Im wesentlichen dieselben Zahlen, mit marginal mehr Erleuterungen. Aber auch den Kontakt,
wenn man wirklich Fragen dazu hat.



Manfred
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Re: Experiment preisauszeichnung mit "wahren Kosten"

Beitrag von Manfred » 10.09.2020, 09:16

Nochmal:
Diese pauschalierten Behauptungen sind die Quelle allen Übels in diesem Bereich.
Die Bioapfelsaft-Schwemme aus China zerstört z.B. gerade den heimischen Bio-Streuobstanbau.
Subsumiert wird das alles unter 8% Aufschlag.
Das von mir erzeuge Fleisch ist seit in der Gesamtbilanz CO2-negativ, wird regional vermarktet und trotzdem mit internationaler, teils extrem zerstörerisch produzierte Ware in einen Topf geworfen.
Völlig absurd.



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